Liebeskummer bezeichnet umgangssprachlich das Syndrom zurückgewiesener oder unerfüllbarer Liebe und umfasst sowohl körperliche als auch geistige Symptome.
Fast alle Menschen erleiden mehrmals in ihrem Leben Liebeskummer. Dies ist für gewöhnlich harmlos, kann aber auch je nach Persönlichkeit zu schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen, Suizid oder Mord führen. In der Psychiatrie wird der Liebeskummer dennoch seltener zur Kenntnis genommen.
Liebeskummer entsteht häufig durch Verlust oder Trennung von Menschen, zu denen eine emotionale Bindung bestand. Eine weitere Form des Liebeskummers ist die Sehnsucht oder Eifersucht zu einer Frau oder einem Mann, in die/den man sich trotz bestehender Beziehung verliebt hat. Auch in Fällen, in denen es nicht zu einer Bindung zwischen Menschen kommt, diese aber von mindestens einem der Betroffenen gewünscht ist, kann es zu Liebeskummer kommen.
Liebeskummer kann aber ebenso auch durch die unerfüllte Liebe eines Kindes zu dessen Eltern oder Geschwistern hervorgerufen werden.
In Folge des Liebeskummers wird oft das rationale Handeln eines Menschen abgeschaltet, er neigt zu, für Außenstehende, unbegreiflichem Verhalten wie der totalen Hingabe, Selbstaufgabe und Opferbereitschaft aber auch Gewalt. Wie realistisch die eines an Liebeskummer Leidenden angestrebte Verbindung mit dem von ihm geliebten Menschen ist, kann dabei irrelevant sein, denn die Liebe kann Bildungs- und Sozialschranken, Alter und Vermögen völlig unbeachtet lassen.
Die Reaktion der Menschen auf den Verlust der Liebe eines Mitmenschen oder auf eine von vornherein unerfüllte Sehnsucht ist sehr verschieden und kann von leichten Formen mit relativ kurzer Dauer bis hin zu langer und schwerster Verzweiflung reichen. Man durchläuft bei einem Liebeskummer folgende Phasen:
- Protest
- Wut
- Depression
- Loslassen
Die Phasen können beim Mann bis zu 18 Monate und bei der Frau bis zu 3 Jahre andauern. Dabei können folgende Symptome auftreten:
- psychosomatische Beschwerden (beispielsweise Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, innere Unruhe, Kreislaufprobleme, Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit)
- Probleme im Alltag (Schule, Beruf)
- das Interesse an sozialen Kontakten zu anderen Menschen sinkt, was bis hin zu einer Sozialen Isolation führen kann
- Lebensfreude nimmt ab, Antriebslosigkeit, Aufgabe von Lebenszielen
- Probleme bei bestehender anderer Partnerschaft (Lügen, Trennungsgedanken, Verschleierungstaktiken)
- gestörtes Essverhalten wie Appetitlosigkeit oder extreme Esssucht
- Zukunftsängste, Pessimismus
- Störungen des Sozialverhaltens (aggressives Verhalten, Feindseligkeit, oppositionelles Verhalten etc.)
- Depressionen, seltener behandlungsbedürftige Neurosen
- häufig vermehrter Konsum von Drogen wie etwa Alkohol oder Nikotin, Sturz in eine Abhängigkeit
- Suizidale Gedanken oder Handlungen
- Es kann in extremen Fällen auch zum Broken Heart Syndrom kommen.
Nach einer Studie einer Forschergruppe um Naomi Eisenberger ähneln die neuronalen Muster im Gehirn bei sozialer Zurückweisung der von körperlichen Schmerzen, wie sie etwa bei Verletzungen auftreten.
Üblicherweise überwinden die meisten Menschen diesen Zustand von selbst, dies kann allerdings viele Monate dauern.
Die Hilfe eines Psychotherapeuten, Psychologen, oder Psychiaters ist dann sinnvoll, wenn man Suizidgedanken hat, wenn man seinen Alltagspflichten nicht mehr nachkommt, wenn man sich körperlich vernachlässigt, wenn man länger als vier Wochen zu Tabletten oder täglich zu Alkohol greift oder sich von seinen Freunden abschottet. Selbstverständlich ist auch der ganz normale Liebeskummer, der nicht zwangsläufig zu Suizidgedanken führt, sehr niederdrückend.
Es gibt Dinge, welche die betroffene Person tun kann, damit die Phasen des Liebeskummer schneller vorbei gehen:
- Verbrennen oder Verstauen von Geschenken, Briefen, Fotos etc.
- Der Expartner sollte nicht angerufen oder angeschrieben werden, auch nicht per SMS oder E-Mail
- Das Schreiben einer Liste mit schlechten Eigenschaften des Expartners und das Lesen dieser Liste, wenn sich Kummer wieder verstärken sollte. Dies soll helfen, den Expartner loszulassen
- Möglichkeiten vermeiden, sich z. B. auch zufällig zu treffen
Quelle:wikipedia